Warum Hugo? – Ein Erfahrungsbericht aus Entwicklersicht

Warum Hugo? – Ein Erfahrungsbericht aus Entwicklersicht

August 31, 2025

image

Es gibt unzählige Wege, eine Website zu betreiben – von alten Bekannten wie WordPress bis hin zu modernen Frameworks im JavaScript-Universum. Aber irgendwann kommt man als Entwickler an einen Punkt, an dem man sich fragt: Brauche ich das Ganze wirklich?
Bei mir war es mal wieder ein typischer Fall aus dem Alltag: In meinem Nebenprojekt wollte ich „nur mal kurz“ eine kleine Seite für einen Blogartikel starten. Stattdessen verbrachte ich eine Stunde in Datenbank-Migrationen, Plugins, Updates und Security-Patches. Spätestens dann kam der Gedanke: Es muss auch einfacher gehen.

Und damit sind wir bei Hugo.


Was ist Hugo überhaupt?

Hugo ist ein Static Site Generator – also ein Tool, das aus Markdown-Dateien und Templates im Handumdrehen fertige HTML-Seiten baut. Kein PHP, keine Datenbank, kein schwerfälliges CMS. Stattdessen:

  • Markdown in den Content-Ordner legen
  • Ein Theme auswählen oder selbst schreiben
  • Mit hugo die Seite generieren
  • Upload auf den Server – fertig

Das Ganze ist in Go geschrieben, und das merkt man sofort: Der Build ist unfassbar schnell. Ein mittelgroßer Blog mit hunderten Artikeln baut sich in Sekundenbruchteilen.


Markdown – Inhalte ohne Ballast

Die Texte in Markdown zu schreiben, ist für mich bis heute der größte Gewinn.
Statt mich in einem grafischen Editor durch unzählige Buttons und Einstellungsmenüs zu klicken, tippe ich einfach.

Das Schöne ist: Wenn ich z.B. in der Stadtbibliothek, im Terminal oder auf einem alten Laptop sitze, brauche ich nicht einmal ein grafisches Interface. Ein vi blogpost.md reicht. Absatz schreiben, speichern, Commit ins Repo. Fertig.

Kleine Anekdote: Neulich saß ich unterwegs ohne WLAN und wollte eigentlich nichts Kompliziertes machen. Aber ich hatte eine Idee für einen Artikel. Einfach Datei angelegt, Markdown reingeschrieben – und erst Tage später deployed. Kein „Ohne Datenbank funktioniert hier nichts“, kein CMS-Login, keine Speicherung in irgendwelchen proprietären Formaten. Reiner Text. Und der bleibt auch in zehn Jahren noch lesbar.


Themes – schnell schön, flexibel anpassbar

Natürlich will man nicht nur Inhalte, sondern auch ein ordentliches Layout. Was mich an Hugo begeistert hat, war die Theme-Kultur.
Es gibt minimalistische Themes für schnelle Blogs, aber auch hochgradig komplexe, die Feature-Parität mit CMS-Templates haben.

Der Clou: Hugo-Themes basieren auf Go-Templates, die im Prinzip klare, logische Platzhalter-Syntax haben. Wer schon einmal mit Mustache, Liquid oder Jinja2 gearbeitet hat, fühlt sich sofort zuhause.


Support – und warum KI der neue StackOverflow ist

Als Entwickler will man nicht ewig in Foren suchen, wenn etwas mal nicht funktioniert. Hugo bringt zwar exzellente Dokumentation mit, aber sobald es ein bisschen spezieller wird – Shortcodes, Custom Templates, CI/CD-Skripte – greife ich inzwischen oft zu Claude oder ChatGPT.

Beispiel aus meinem Workflow:
Ich wollte einen Shortcode schreiben, um YouTube-Videos sauber responsive einzubinden. Zwei Minuten mit Claude, und ich hatte den Snippet-Code, den ich dann nur noch minimal anpassen musste. Früher hätte ich eine Stunde lang auf diversen Blogs nach einer Lösung gesucht. Heute: Problem gelöst, weiter geht’s.

Das ist Support auf einem ganz neuen Level – und zusammen mit der aktiven Community im Hugo-Forum bekommt man praktisch jedes Problem schnell in den Griff.


Texte editieren wie ein Entwickler

Ein weiterer Punkt, der fast schon unscheinbar wirkt, aber im Alltag Gold wert ist: Hugo-Dateien sind plain text.
Das heißt:

  • Ich kann mit vi im Terminal arbeiten, wenn mir danach ist
  • Ich habe Autocomplete, Linters und Prettier im VS Code, wenn ich strukturiert tippen will
  • Ich sehe sauber in jedem Git-Diff, wann ich einen Absatz geändert oder einen Link korrigiert habe

Eine kleine Gewohnheit: Ich schreibe Blogartikel oft wie Code – sprich, Feature-Branch im Git anlegen, Artikel tippen, Pull Request in mein eigenes Repo. Klingt vielleicht nerdig, hat aber super Vorteile: Nachträgliche Review-Kommentare (von mir selbst!) zeigen mir sofort, wo noch Tippfehler oder sprachliche Holprigkeiten drin sind.


Kommandozeile statt Klickorgien

Ich gebe es zu: Ich mag die Kommandozeile. Nicht, weil sie „retro“ wirkt, sondern weil sie vorhersagbar und skriptbar ist.
Bei Hugo reicht mir mein Terminal-Fenster:

hugo server -D

Sofort läuft ein lokaler Development-Server, der sogar automatisches Reloading macht, sobald ich speichere.

Oder zum Bauen und Deployen:

hugo
rsync -avz public/ me@server:/var/www/html

Fertig. Keine Mausklicks, keine kryptischen Admin-Portale. Ich kann all das in ein Makefile oder GitHub Actions packen – und der gesamte Deployment-Prozess ist 100% reproduzierbar.

Und wenn ich spontan doch noch im Zug ohne Netz den Artikel schreiben will: Kein Problem. Hugo braucht keine Datenbank, keinen Serverprozess, keinen Login.


Mein Fazit: Minimaler Overhead, maximale Kontrolle

Hugo ist für mich das System, das sich am besten in den Kopf eines Entwicklers fügt.

  • Markdown sorgt dafür, dass Schreiben sich leicht anfühlt, fast so, als würde man Code dokumentieren
  • Die Themes geben mir sofort eine Präsentationsschicht, ohne mich durch CSS verbraten zu müssen
  • Probleme löse ich in Minuten dank einer Mischung aus Dokumentation, Community und KI
  • Alles bleibt Text und damit sauber versionierbar
  • Und ich muss nie wieder die Augen verdrehen, weil ein CMS mich mit Sicherheitsupdates nervt

Manchmal ist weniger wirklich mehr – und Hugo beweist genau das.

Transparenzhinweis: Bei der Erstellung wurden KI-Systeme zur Unterstützung eingesetzt. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Autor.